A wie Einleitung, das

Die Geschichte ist durchzogen von dem seltsamen Bedürfnis der Menschen, sich auch dort eine Ordnung vorzugaukeln, wo keine ist. Nichts eignet sich dazu besser als die Enzyklopädie, das ABC, das den Anschein des Abgerundeten oder Beherrschbaren wahrt, solange es nur von einem Anfang bis zu einem Ende reicht. Aber das Verfassen von Enzyklopädien, die das gesammelte Wissen über die Geschichte und ihre Geschichten enthalten sollen, das Wissen über die Abgründe der Sprache und über alle Herkünfte des Daseins – diese Arbeit ist in Wahrheit wie ein Spaziergang auf einer Möbiusschleife, eng verwandt mit dem Wahnsinn. In ihr treffen sich Vernunft und Unvernunft in einer unheimlichen Kollision (Der Garten der Pfade, die sich verzweigen). Und damit wären wir schon mitten in Die Parallelwelt. Denn auch Geschichtenkönnen Ordnung schaffen, wo nie Ordnung war; und jede Geschichte eliminiert andere Versionen ihrer selbst, jeder ausbuchstabierte Weg einer Figur (Fred) durch eine Situation verdeckt andere mögliche Wege für sie. Aber wer alle Versionen einer Geschichte kennen möchte (Ein Ja und ein Nein), muss sich in Paralleluniversen begeben oder Labyrinthe betreten, die keine Ausgänge mehr kennen, sondern nur noch Abzweigungen und Kreuzungen, Treppen und Brücken; Labyrinthe, die keine Endgültigkeit mehr zulassen, sondern nur noch ein Denken und Handeln in Möglichkeiten (Quant); Labyrinthe, in denen der Kausalzusammenhang mit der Irrationalität seinen ewigen Geschwisterstreit austrägt und auf den Pfaden der vorwärts schreitenden Zeit alles Gewesene mit allem Kommenden seinen endlosen Tanz aufführt, gleichzeitig: Nur noch Links, aber kein Schluss mehr, nichts wird geschlossen; aber etwas erschließt sich, für einen schönen, kurzen Moment, in dem sich gerade noch etwas denken und fühlen lässt, bevor der Pfad sich schon wieder verzweigt, z.B. in Déjà-vu und X-Dramaturgie.