Molloy

Roman (1951) von Samuel Beckett (1906-1989) und erster Teil einer Trilogie (Malone stirbt, 1951, und Der Namenlose, 1953). Der fast nur aus absatzlosen, inneren Monologen bestehende Text des irischen Literatur-Nobelpreisträgers bezieht sich immer wieder mehr oder weniger direkt auf die Erkenntnisse der damals noch jungen Quantenphysik: „In jener Epoche meines Lebens, als sich schon alles verwischte, auch Wellen und Partikel, war das Wesen des Objekts, ohne Namen zu sein und umgekehrt.“

Die zwei Erzählerstimmen sind mal hier und gleichzeitig dort, erinnern sich an das Falsche und schreiben das Wahre, trennen Ding von Bedeutung und Name von Klang, lösen jede Eindeutigkeit und Narration auf, um dann doch zu ihnen zurückzukehren, begegnen sich als kleine Teilchen in Wellentälern; sie sind sich ähnlich und doch nicht mehr als andere Menschen auch, versuchen immer und immer wieder in neuen Anläufen die Grenzen des Verständlichen und Sagbaren (Weltbilder) einzureißen und neu zu verfugen (Fugue).

Brei der Wirklichkeit, Naturwissenschaften und Kunst

Veröffentlicht am in Allgemein by Alexander Kerlin | publish