Ein Ja und ein Nein

Bertolt Brecht (1898-1956), ca. 1936: „Wir können bei unseren Zuschauern eine Haltung nicht brauchen (dürfen bei unseren Zuschauern eine Haltung nicht schaffen), die dem Individuum gegenüber (…) ständig auf absolute Kausalität ausgeht, statt, wie die Physiker sagen, auf statistische. Wir müssen in gewissen Lagen mehr als eine Antwort, Reaktion, Handlungsweise erwarten – ein Ja und ein Nein.“ Und zehn Jahre früher – im Geburtsjahr der Quantenphysik – erklärt Brecht in einem Gespräch: „Auch wenn sich eine meiner Figuren in Widersprüchen bewegt, so nur darum, weil ein Mensch in zwei ungleichen Augenblicken niemals der gleiche sein kann. Das wechselnde Außen veranlasst ihn beständig zu einer inneren Umgruppierung. Das kontinuierliche Ich ist eine Mythe. Der Mensch ist ein immerwährend zerfallendes und neu sich bildendes Atom (Paralleluniversen).“

Individuum, Mystery Man, Naturwissenschaften und Kunst, Quant