Samiel

S. (Geburtsdatum ungeklärt) gilt als einer der umstrittensten Künstler der Moderne, Postmoderne, Vormoderne und Post-Postmoderne. Erste Werke der bildenden Kunst tauchten bereits in der Spätrenaissance um 1610 auf. Im 18. Jahrhundert galt er nach einer Nordpol-Expedition lange als verschollen, bis er 1834 in einer Privatsammlung von Ivan Vassilievitch Shchukins Vater aufauchte. Das wohl wichtigste Werk aus dieser Zeit ist sein Gemälde Hünenstab mit Klee. 1919 zunächst Mitbegründer der Dada-Gruppe, trennte er sich 1920 im Streit von Max Ernst (1891 – 1976) und gründet die dadaistische Splittergruppe Nichts wissen muss, mit der er sieben Jahre lang lyrische Werke der Sprachlosigkeit verfasste, darunter das wohl umstrittenste Sprech vorbei bevor begann. Nach einem längeren Aufenthalt im südamerikanischen Dschungel, wo er die Lautsilben der Mazateken studierte, um spontan entwickelte Änderungen der Tonhöhe als Stilmittel in den Sprachprozess einzubinden, hörte er für mehrere Jahre völlig auf zu sprechen und widmete sich ausschließlich der abstrakten Kunst. Seit der zweiten Häle des 19. Jahrhunderts widmet er sich auch dem Theater. So begründete S. Ende des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf den Naturalismus den Hochsymbolismus, bei dem sich das Bühnenspiel ausschließlich auf unwirkliches Verhalten bezieht.
Im 20. Jahrhundert führt er immer mehr Fäden zusammen und entwickelt eine Kunstform, die Bühne, Malerei, Musik und Literatur in alogischer Form miteinander verknüpft (Expanded Cinema). Mit Bertolt Brecht (1898 – 1956) lag er lange Jahre im Streit über das epische Theater (Ein Ja und ein Nein), den er in seinem Traktat Über den Ursprung der Verwirrung oder Über die Verwirrung des Ursprungs festhält. Im frühen 21. Jahrhundert trifft er auf einer nächtlichen Reise ins marokkanische Riffgebirge auf Kay Voges (*1972) und Mona Ulrich (*1980), mit denen er seither eine innige künstlerische Verbindung hegt. Das Duo holte 2015 S. überraschend als Regisseur nach Hannover, um die Oper Der Freischütz zu inszenieren. Seitdem arbeitet das Künstlergespann an der weltweit ersten permanenten mentalen Glasfaserverbindung zwischen lebenden Wesen, durch die Eva Verena Müller (*1979) in ständigem geistigen Kontakt mit S. steht, sodass dieser sich derzeit in körperlicher Auösung bendet.