Theater (Minimaldefinition)

Denkarbeit ist Arbeit am Begriff. Phänomene begrifflich zu definieren ist deshalb so wichtig, weil Menschen im Austausch von Gedanken und Ideen so gut wie möglich wissen sollten, wovon das Gegenüber gerade spricht (Schöpfen heißt Grenzen ziehen). Was also ist Theater? In allerhand Grundkursen in allerhand Fakultäten werden allerhand Minimaldefinitionen vorgestellt, die zwar nicht unumstritten sind, aber dennoch immer irgendwie darauf hinauslaufen, dass Theater dann und dort stattfindet, wo: zur selben Zeit im selben Raum mindestens ein Mensch mindestens einem anderen Menschen dabei zusieht, wie er etwas ausführt. Nachgefragt: Was aber wäre dieser mysteriöse “selbe Raum” (Identität), wenn wir von der Existenz von Paralleluniversen ausgehen müssen? Was aber wäre der “selbe Raum”, wenn unser Globus von Franchise-Filialen überzogen ist, die sich gleichen wie ein Ei dem anderen (Heftiger Tritt vors Schienbein, Ronald McDonald) – zwei Menschen also im gleichen Raum sein können, obwohl sie 180 Längengrade voneiander getrennt sind (Mr. Beam)? Was aber wäre der “selbe Raum”, wenn sich die Spielpläne aller Theater gleichen? (Sind Theater Franchise-Unternehmen?) Und: Ist das “Netz” auch ein “Raum”, und wenn ja: Kann er sich derselbe sein? Und: Wie ließe er sich bespielen?

Anzahl der GlobalisierungsphasenExpanded Cinema, Hole in SpaceSamiel, Satellite Arts Project

Veröffentlicht am in Allgemein by Alexander Kerlin | publish