Magellan, Ferdinand

Der erste praktische Beweis, dass die Erde tatsächlich eine Kugel ist, die man umrunden kann, kostete seinerzeit 159 Seefahrern das Leben – inklusive das des portugiesischen Kapitäns F.M. (1480-1521). Es dauerte von 1519 bis 1522, also fast drei Jahre, bis von der in Sevilla gestarteten Flotte aus fünf Schiffen ein einziges zum Ausgangshafen zurückkehrte – nach 69.000 zurückgelegten Kilometern und mit gerade mal 18 ausgemergelten Männern der ursprünglichen Besatzung an Bord. F.M. war während gewalttätiger Auseinandersetzungen mit eine indigenen Stamm auf den heutigen Marianen von einem Pfeil tödlich verwundet worden; ziemlich in der Nähe des Marianengrabens, der mit 11.000 Metern tiefsten Stelle im Weltmeer. Bemerkenswert an der tödlichen Weltumsegelung ist nicht nur, dass im Süden des amerikanischen Großkontinents eine Passage gefunden wurde, die den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean verbindet und die nach der Expedition bis zur Eröffnung des Panamakanals (1914) auch viel genutzt wurde (Magellanstraße). Völlig unvorbereitet traf die Seeleute viel mehr, von welch gigantischen Ausmaßen der Pazifische Ozean ist. Gerechnet hatten sie mit einem Monat der Durchfahrt, am Ende benötigten sie drei Monate und zwanzig Tage: das jähe und grausame Ende des ptolemäischen Weltbildes von der Dominanz der Landmassen auf dem Erdball. Die Erde trägt ihren Namen zu unrecht! Sie müsste eigentlich Wasser heißen!

Wie man in 80 Tagen um die Welt kommt (according to Jules Verne, 1873)

Veröffentlicht am in Allgemein by Matthias Seier | publish