Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, die

Begriff des Philosophen Ernst Bloch (1885-1977), der damit während der Endphase der Weimarer Republik erklären wollte, warum das deutsche Staatsgebilde immer mehr aus den Fugen geriet: „Nicht alle sind im selben Jetzt da. Sie sind es nur äußerlich, dadurch, dass sie heute zu sehen sind (Theater (Minimaldefinition)). Damit aber leben sie noch nicht mit den anderen zugleich. Sie tragen vielmehr früheres mit, das mischt sich ein.“ (Erbschaft dieser Zeit, 1930) Progressive und erzkonservative Lebensstile, Handlungsweisen und Anschauungen können in der selben Gegenwart parallel existieren und sich teils auch überschneiden, sie wüten in der Gesellschaft und im Körper der Einzelnen (Hochzeitsfeier) – mit hohem Konfliktpotential.

Veröffentlicht am in Allgemein by Matthias Seier | publish