Currywurst, die

Deutsches Gericht aus Bratwurst (oder anderer Brühwurst) und roter Soße mit Currygeschmack sowie häufiger Anlass zu Kulturkämpfen zwischen Städten und Regionen, wer denn nun wo und wann den globalen Triumphzug der C. eingeleitet hat (und wie eigentlich das beste Rezept geht). War es wirklich die legendäre Herta Heuwer (1913-94), 1949 an ihrem Imbissstand in Berlin-Charlottenburg? Welche Rolle spielte dabei der Fleischermeister Max Brückner aus dem Erzgebirge, Erfinder der bekannten darmlosen Spandauer ohne Pelle? Und konnte man nicht schon 1947 in Hamburg auf dem Großneumarkt C. kaufen, wie es der Autor Uwe Timm (*1940) behauptet? Und wozu hat der Volkswagen-Konzern die Imbisskultur der C. für sich gekapert? Und überhaupt: Ist nicht im Ruhrgebiet die C. am tiefsten im Herzen der Alltagskultur verankert? Schließlich steht die von Herbert Grönemeyer (*1956) innig besungene Wurstbude nicht am Prenzlauer Berg, sondern in Bochum. Ob die Wahrheit jemals ans Licht kommen wird? Zwei Dinge stehen allerdings unverrücklich: a) C. widersetzt sich weiterhin der Versendung durch Glasfaserkabel (Mr. Beam); b) das macht sie zu einer Bewohnerin des metrischen Raums (Anzahl der Globalisierungsphasen), den sie mit Mittelgebirgen, Theaterbühnen und Schauspielerinnen teilt (Theater (Minimaldefinition), Raum und Zeit), was wiederum erklärt, warum sie überhaupt Kulturkämpfen zwischen Regionen zum Anlass dienen kann. Oder hat jemand schonmal davon gehört, dass sich Städte darüber streiten, wo genau ein Algorithmus erfunden wurde?